Die anschließende Diskussion war geprägt von unterschiedlichen Perspektiven.
Zunächst ging es um die Beurteilung, welche Relevanz "Erfahrung" hat, wie man diese einordnen kann und in welchen Branchen Erfahrungswissen sehr hoch gewichtet wird und gewissermaßen sofort zu Bewerbungsgesprächen führt (etwa im Engineering). Die Diskussionsteilnehmenden brachten zudem Überlegungen ein, dass der Erfahrungsbegriff deutlich differenzierter zu handhaben sei, um Kompetenzen z. B. im lebenslangen Lernen, Erkennen und Erfassen von neuartigen Entwicklungen oder in einer strukturierten Entscheidungsfähigkeit zu fokussieren. Wie filtert man die Kernkompetenzen eines langen Berufslebens so heraus – so dass deren Relevanz für z. B. eine ausgeschriebene Stelle sofort ersichtlich sind, dass neu angeeignete Fähigkeiten in ihrer Einsatzbarkeit deutlich sind.
Ein anderer Gesprächsschwerpunkt kreiste um die geforderte Mindset-Änderung auf People- wie Firmenseite: Tatiana Kitschke erklärte den doppelten Ansatz bei HAYS, wie Firmen auf das Thema Demografie gut vorbereitet und ältere Fachkräfte bestmöglich ongeboardet und integriert werden können. Und, welchen Support Kandidaten/-innen im Bewerbungsprozess erhalten. Sie betonte dabei, dass die Akzeptanz seitens der Unternehmen mit dem Arbeitskräftebedarf steigt. IT, Verarbeitendes Gewerbe, Infrastruktur oder Eergieversorgung etwa sind sehr offen – da der demografische Druck hier spürbar höher sei. Nützlich sei dabei oft, die Erkenntnis zu fördern, indem etwa öffentlich zugängliche Personalstrukturberichte als Eye-Opener dienen.
Aus dem Teilnehmenden-Kreis wurde dabei sehr wohl gespiegelt, dass diese Offenheit nicht auf allen Feldern bzw. allen Branchen so erkennbar sei, dass es gleichbleibend eine hohe Anzahl Arbeitssuchender gibt, die am (hier technischen) Arbeitsmarkt nicht reüssieren, sondern mit Altersdiskriminierung konfrontiert seien. Oder, dass derzeit doch wieder Ältere vermehrt freigestellt würden mit verschiedenen Maßnahmen, um die Personalbudgets zu entlasten, selbst wenn Know-how-Verluste drohen, aber als verkraftbar gesehen werden.
Fazit ist dennoch, das betonte Tatiana, dass die Akzeptanz der Unternehmen steigt, sich mit dem Thema Age Diversity zu befassen, Vorurteile und Unconscious Bias zu hinterfragen, sich aktiv mit den eigenen Personalstrukturen zu befassen.